Gemeinde Hörnum

Protokoll vom 11.01.2005

Küsten-, Katastrophen- und Umweltausschuss

Tagesordnung

Öffentlicher Teil

1.
Begrüßung

Herr Buchmann begrüßt die Anwesenden, stellt die Beschlussfähigkeit fest und eröffnet die Sitzung um 17:00 Uhr. Er bittet darum, die TO wie folgt zu erweitern:
5) Beratung über die Situation an der Ostseite/ Abbruch der Düne
6) Mitteilungen und Anfragen
Der Erweiterung wird zugestimmt.


2. Einwohnerfragestunde

Herr Werner Matthiesen bittet darum, Wortmeldungen während der Beratung zu den nachfolgenden Tagesordnungspunkten geben zu dürfen. Herr Buchmann stimmt diesem zu, sodass alle Anwesenden Einwohner während der laufenden Beratung Fragen stellen können.


3. Beratung über die Erhaltung der Odde (Südspitze)/ Resolution an die Landesregierung

Herr Buchmann berichtet, dass hinter dem Querwerk ein Küstenabbruch von ca. 20 Meter, durch den Sturm „Erwin“ erfolgt ist. Hier benötigt man dringend Küstenschutzmaßnahmen. Herr Buchmann bittet Herrn Dr. Klatt ums Wort. Dieser berichtet dass er nun seit 1964 auf der Insel lebt und sich seither in seiner Tätigkeit als Geologe mit der Küste und seinen Abbrüchen beschäftigt. Er rät dringend den Abbau der Tetrapoden, da diese für die zur Zeit deutliche zu erkennende Steilküste verantwortlich sind. Durch die zunehmenden Süd-West-Orkane sind die Auskollkungen immer erheblicher. Herr von Stackelberg berichtet auf Anfrage, dass der Flutstrom an der Odde größer als der Ebbstrom ist. Die Hörnum-Odde verfügt über eine sehr eigene Morphologie. Er berichtet, dass es nach der jetzigen Gesetzeslage keine Möglichkeiten gibt, von  Seiten des Landes, Küstenschutzmaßnahmen für die Hörnumer Odde zu erhalten. Der Schutz ist hier keine Aufgabe des Landes. Möglich wäre eventuell ein Zuschuss zu einer geplanten Schutzmaßnahme durch die Kommune. Küstenschutzmaßnahmen sind nur für die Strecke des Tetrapodenquerwerkes bis zum Deckwerk in List vorgesehen. Alles was darüber hinausgeht ist unerheblich und nicht Landessache. Nach langer Diskussion kommt der Ausschuss zu der Auffassung eine Resolution zu erarbeiten. Der Inhalt soll im kleinen Kreis mit dem Vorsitzenden des Küstenausschusses, dem Bürgermeister und dem Landschaftszweckverband erarbeitet werden. Die Resolution soll dann schnellstmöglich an das Land gesandt werden.


4. Beratung über den eventuellen Rückbau des Tetrapodenlängswerkes vom nördlichen Ende, ab dem Strandübergang „Strandweg“

Herr Buchmann berichtet, dass dieser TOP bereits auf der Ausschusssitzung vom 24.06.04 und auf der Gemeindevertretersitzung vom 08.07.2004 behandelt wurde und man sich seinerzeit gegen den Rückbau der Tetrapoden ausgesprochen hatte. Dennoch bittet Herr Buchmann darum, diesen Punkt aus gegebenem Anlass erneut zu beraten. Herr von Stackelberg berichtet erneut, dass die Tetrapoden zwar in gewisser Weise den Dünenfuß schützen, dennoch dafür Sorge tragen, dass der Strand vor den Tetrapoden einen starken Sandabtrag hat. Aus diesem Grund wird immer eine Abbruchkante vorhanden sein. Die Bildung eines natürlich abfallenden Strandes wird verhindert. Hintergrund für den Vorschlag zum Abbau des Längswerkes war das Vorhaben einer Küstenschutzmaßnahme vor Helgoland. Dort hätte man die Tetrapoden wieder verwenden können. Nun sieht es zwischenzeitlich so aus, als würde sich für Helgoland eine kostengünstigere Variante (evtl. Naturstein) herauskristallisieren. Herr Buchmann ist der Auffassung, dass bei einem Abbau der Tetrapoden, zum Schutz der Dünen, Geotextilien eingebaut werden sollten. Herr v. Stackelberg erklärt, dass die Geotextilien sehr teuer sind, man das Material nicht flicken kann und keine UV-Beständigkeit gegeben ist. Das Land würde den Einbau von Geotextilien nicht noch einmal genehmigen. Herr Christiansen erklärt, dass er es für sehr wichtig hält, beide Tetrapodenketten (Quer- und Längswerk) abzubauen und die Gemeinde sich massiv für den Schutz der Hörnumer Odde einsetzen muss. Herr von Stackelberg berichtet, dass die Tetrapoden massive Störkörper sind und man davon ausgehen kann, dass nach einem Abbau keine jährlichen Sandaufspülungen mehr erforderlich sind. Herr Dehn plädiert für den Abbau des Längs- und Querwerkes. Hierzu berichtet Herr von Stackelberg, dass das Längswerk der Gemeinde Hörnum und das Querwerk dem Land gehört. Beim Land scheitert der Abbau an dem erheblichen Kostenaufwand. Nach längerer Diskussion bittet Herr Buchmann um eine Namentliche Abstimmung  für den Abbau des Tetrapodenlängswerkes.
Herr GV. Ingo Dehn stimmt dem Abbau zu
Herr BV. Dieter Lund stimmt dem Abbau zu
Herr BV. Manfred Förster stimmt dem Abbau zu
Herr GV. Joachim Buchmann stimmt dem Abbau zu
Somit wird der Gemeindevertretung einstimmig empfohlen, den unter TOP 8 am 08.07.2004 gefassten Beschluss aufzuheben und einem Abbau der Tetrapoden zuzustimmen. Beschluss: 4 : 0 : 0


5. Beratung über die Situation an der Ostseite/ Abbruch der Düne

Herr Buchmann berichtet, dass die Düne an der Ostseite die letzte Düne vorm Kleingartengelände ist. Dort ist ein sehr starker Abbruch zu beobachten und es wird Zeit dort zu Handeln. Herr Christiansen berichtet, dass seit 1997 beim Land ein Antrag auf Schutz der Ostseite vorliegt, aber bis zum heutigen Tag keine Stellungnahme hierzu abgeben wurde. Sinnvoll wäre es,  dort Stein auf Federfleece in einer flachen Neigung vorzubauen und diese zu verklammern. Der Ausschuss empfiehlt hierzu, sich an das Land zu wenden, um konkrete Vorschläge für Schutzmaßnahmen, welche für dieses Gebiet anzuwenden sind, anzufordern. Ebenfalls sollte nochmals eine Anfrage zum Antrag von 1997 erfolgen. Beschluss: 4 : 0 : 0


6. Mitteilungen und Anfragen

Es wird empfohlen wegen des starken Küstenabbruchs, eventuell ein Warnschild bezüglich des Rundwegs an der Odde aufzustellen. Eine Ortsbegehung mit Herrn Christiansen muss noch erfolgen, da eine neue Wegführung notwendig ist.

Eine Einwohnerin regt an, eventuell die Haupttreppe so zu planen, dass ein Abbau in den Wintermonaten möglich ist.

Herr Christiansen erklärt hierzu, dass dieses nicht möglich ist, da immer ein Strandzugang gewährt sein muss.



Herr Buchmann schließt mit Dank an die Anwesenden um 20:30 Uhr die Sitzung.